Cyberangriffe auf Hotels: Reale Fälle zeigen, warum die Hotelbranche besonders gefährdet ist

Digitale Buchungssysteme, Online-Zahlungen und cloudbasierte Software erleichtern den Hotelalltag, erhöhen aber zugleich das Risiko von Cyberangriffen und Datenschutzvorfällen. Hotels haben oft begrenzte IT-Sicherheitsressourcen, verarbeiten jedoch viele sensible Gästedaten und sind stark von funktionierenden Systemen abhängig.
Der Artikel von Ralph Günther zeigt anhand bekannter Cybervorfälle, welche Risiken in der Hotelbranche besonders relevant sind und wie selbst kleinere Vorfälle zu erheblichen finanziellen Schäden und Betriebsstörungen führen können.

Warum Hotels ein attraktives Ziel für Cyberangriffe sind

Spätestens seit großen Datenpannen internationaler Hotelketten wie etwa Mariott ist klar, dass Cyberkriminelle die Branche als lukratives Ziel erkannt haben. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Hotel- und Buchungsdaten enthalten persönliche Informationen, Zahlungsdaten und Aufenthaltsdetails, die für Betrug und Identitätsdiebstahl besonders wertvoll sind.
Zudem sind Hotels stark von ihren IT-Systemen abhängig: Fallen zentrale Anwendungen wie Property-Management-Systeme, Buchungssoftware oder Kassensysteme aus, läuft der Betrieb oft nur eingeschränkt weiter – ein Ansatzpunkt für Erpressungsangriffe.
Hinzu kommen externe Dienstleister und cloudbasierte Systeme, die zusätzliche Angriffspunkte schaffen.

 

Im Folgenden betrachten wir die wichtigsten Cyberrisiken näher:

Ransomware: Wenn der Hotelbetrieb plötzlich stillsteht

Eine der häufigsten Bedrohungen in der Hotelbranche sind Malware- und Ransomware-Angriffe. Dabei verschlüsseln Cyberkriminelle IT-Systeme und fordern Lösegeld für die Freigabe der Daten.

Für Hotels hat das gravierende Folgen: Fallen Buchungssysteme, Zimmerverwaltung oder Zahlungsprozesse aus, ist ein regulärer Betrieb oft nicht mehr möglich.

Tipp:

Verschlüsseln Kriminelle ihre Daten und verlangen Lösegeld, wird es schnell teuer. Unser Artikel Ransomware: So schützen Sie Ihr Business vor der digitalen Geiselnahme hilft Ihnen, die Risiken für eine Ransomware-Attacke zu minimieren.

Ein Fall aus Deutschland zeigt die Praxis:

Bei der Hotelkette Motel One verschafften sich Angreifer Zugriff auf IT-Systeme und entwendeten dabei auch sensible Daten, darunter Kreditkarteninformationen von Gästen. Der Angriff wurde einer Ransomware-Gruppe zugeschrieben.

Neben dem IT-Schaden stehen Datenschutzrisiken und Folgekosten im Vordergrund:

Der Fall zeigt deutlich: Selbst etablierte Hotelketten sind vor solchen Angriffen nicht geschützt.

Datenschutzrisiken durch sensible Gästedaten

Hotels verarbeiten täglich personenbezogene Daten wie Kontaktdaten, Zahlungsinformationen oder Aufenthaltsdetails. Diese unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Risiken entstehen durch Cyberangriffe oder menschliche Fehler, zum Beispiel:

Die Folgen sind nicht nur technischer Natur, sondern betreffen auch rechtliche Pflichten.  Letztlich ist der Ruf des ganzen Unternehmens bedroht.

Abhängigkeit von Hotelsoftware und Cloud-Diensten

Digitale Systeme sind aus dem Hotelbetrieb nicht mehr wegzudenken. Viele Hotels nutzen:

Fallen diese Systeme aus oder werden kompromittiert, sind Buchungen nicht mehr abrufbar und Abläufe massiv gestört.

Cyberangriffe über IT-Dienstleister

Bei sogenannten Supply-Chain-Angriffen greifen Cyberkriminelle nicht direkt ein Hotel an, sondern nutzen gezielt Schwachstellen bei externen Dienstleistern.

Ein Praxisbeispiel zeigt, wie real dieses Risiko ist:

Beim Anbieter Otelier, einer Plattform für Hotelmanagement, konnten Angreifer über kompromittierte Zugangsdaten auf Cloud-Systeme zugreifen und große Mengen sensibler Daten herunterladen. Betroffen waren weltweit Reservierungen und persönliche Gästedaten.

Ein solcher Vorfall bedeutet für die betroffenen Hotels:

Der entscheidende Punkt: Das Hotel selbst wurde zwar nicht direkt angegriffen, ist aber dennoch voll betroffen.

Mehr rund um das Thema Supply-Chain-Attacken lesen Sie im Artikel Supply-Chain-Attacke: So schützen Sie sich vor Lieferkettenangriffen.

Menschliche Fehler als unterschätztes Risiko

Neben technischen Schwachstellen spielt im Hotelgewerbe der menschliche Faktor eine wichtige Rolle. Viele Cybervorfälle beginnen mit Social Engineering über die eigenen Mitarbeiter. Typische Beispiele sind:

Ohne Sensibilisierung und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sind solche Angriffe oft schwer zu erkennen, was durch den zunehmenden Einsatz von KI noch erschwert wird.

Welche finanziellen Folgen Cybervorfälle haben können

Cybervorfälle verursachen in Hotels häufig eine Kombination verschiedener Kosten:

Selbst bei kleineren Hotels, Pensionen und Ferienanlagen können sich diese Kosten schnell auf mehrere zehntausend Schweizer Franken summieren.

Wie Cybervorfälle in der Praxis ablaufen können

Die folgenden Beispiele zeigen reale Szenarien und deren Auswirkungen:

Beispiel 1: Datenabfluss und Erpressung bei Motel One

Bei einem Cyberangriff auf die Hotelkette Motel One konnten Angreifer Daten aus den Systemen entwenden, darunter auch Kreditkarteninformationen.

Neben der technischen Wiederherstellung stehen Datenschutz- und Haftungsrisiken im Fokus. Typische Kosten bei solchen Schadenfällen sind:

Der Gesamtschaden kann schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen, ohne Reputationsschäden bereits einzurechnen.

Beispiel 2: Datenleck über Hotelsoftware-Anbieter (Otelier)

Beim Angriff auf Otelier wurden Daten aus Hotelsystemen über kompromittierte Zugangsdaten abgegriffen. In solchen Fällen muss im Nachgang geklärt werden:

Kostenbeispiele:

Auch ohne behördliche Bussgelder können sich die Kosten schnell auf CHF 15'000 bis CHF 50'000 summieren.

Cyberversicherung als wichtiger Baustein im Risikomanagement

Neben technischen und organisatorischen Sicherheitsmassnahmen ist eine Cyberversicherung ein sehr wichtiger Baustein im Risikomanagement von Hotels.

Sie federt die finanziellen Folgen eines Cybervorfalls ab und unterstützt im Ernstfall bei der Bewältigung des Schadens.

Zu den Leistungen gehören unter anderem:

Erfahren Sie, wie Sie die Cyberversicherung für Hotels von exali einfach, kostengünstig und flexibel gegen Cyberrisiken absichert.

Cyberrisiken werden auch für Hotels zunehmend relevant

Die Digitalisierung eröffnet der Hotelbranche viele Chancen. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz. Hotels müssen sensible Gästedaten schützen und gleichzeitig einen reibungslosen Betrieb sicherstellen. Die realen Beispiele zeigen eindrücklich, welche wirtschaftlichen Folgen Cyberangriffe, Datenschutzverletzungen oder IT-Ausfälle haben können.

Ein ganzheitliches Risikomanagement aus IT-Sicherheitsmassnahmen, Mitarbeitersensibilisierung und einer Cyberversicherung hält diese Risiken in einem wirtschaftlich kalkulierbaren Rahmen.

Unser Experte: Ralph Günther

Ralph Günther ist Gründer und CEO der exali AG und seit über 20 Jahren Pionier an der Schnittstelle von Digitalisierung und Versicherung. Schon 2004 erkannte er den Bedarf an passgenauen Absicherungen für IT-Experten und digitale Berufe.

Mit exali schuf er eines der ersten digitalen Versicherungsportale für Freelancer, Agenturen und Unternehmen in der Onlinewelt. Sein Ziel: komplexe Risiken wie Cyberangriffe oder KI-Bedrohungen verständlich und versicherbar machen – praxisnah, transparent und ohne Versicherungs-Blabla.